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Fashion
11.12.2018

Chanel verzichtet auf exotische Tierhäute

Das Pariser Modehaus hat Anfang der Woche bekannt gegeben, dass es in Zukunft keine exotischen Lederarten von Schlangen, Krokodilen, Echsen und Co. verarbeiten wird. Chanel geht als bisweilen erster Global-Player ein solches Commitment ein. Schon viele Jahre kämpfen Tierschützer dafür, dass exotische Tierarten, die oft illegal getötet werden, nicht mehr Haut und Leben für die Bedürfnisse der Luxusindustrie lassen müssen. Chanel selbst gibt als Grund für die Entscheidung an, dass das Modehaus Schwierigkeiten hatte, auf legale und ethische Weise genügend Häute zu gewinnen. In einem Statement erklärte die Luxusmarke: «Wir überprüfen ständig unsere Lieferketten, um sicherzustellen, dass sie unsere Erwartungen an Integrität und Rückverfolgbarkeit erfüllen. Es zeigte sich aber, dass es zunehmend schwieriger wurde, exotische Felle und Leder zu beschaffen, die unseren ethischen Standards entsprechen.» 

Für die Tierschutzorganisation PETA kam die Entscheidung von Chanel unerwartet. PETA soll laut Business of Fashion seit 2015 mit der Marke in Verhandlungen über deren Verwendung exotischer Lederarten gestanden haben. Und auch wenn diverse Luxushäuser wie Gucci, Saint Laurent, Hermès oder Balenciaga angeben, sie investierten in Reptilienproduktionsanlagen, erklärte eine PETA-Sprecherin, es sei unmöglich zu überprüfen, ob jede Haut nach ethischen Standards produziert worden sei. Chanels Schritt ist also begrüssenwert, auch unter dem Gesichtspunkt, dass Leder heute von Profis für Liebhaber von exotischen Mustern entsprechend geprägt werden kann.

 

Christina Noli